Institut für Sinologie
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Sinologie Hauptfach/Nebenfach

Das Fach Sinologie kann als Hauptfach und als Nebenfach am Institut für Sinologie studiert werden. Sinologie ist ein Fach ohne Zulassungsbeschränkung und ohne Eignungsfeststellungsverfahren.

Was ist eigentlich Sinologie?

 

Der folgende Text versucht nur, einige provisorische Antworten zu geben, die StudienanfängerInnen und InteressentInnen als Orientierung dienen können. Bei weitergehenden Fragen empfiehlt es sich, einen Termin zur Studienberatung in Anspruch zu nehmen.

Das Studium der Sinologie heißt zunächst eigentlich erst einmal, dass man seine Fragen an den chinesischen Kulturkreis stellt und die aus ihm hervorgegangenen Zeugnisse zur Grundlage seiner Antwort nimmt. Was für Fragen man stellt und welche Zeugnisse man untersucht, bleibt jedem Forscher und jeder Forscherin selbst überlassen. Auch welche Fragen gestellt werden und nach welchen Präferenzen die Beantwortung sich vollzieht, bleibt ihm und ihr selbst überlassen. Ob die chinesische Geschichte Gegenstand der Forschung ist oder die Literatur, die Philosophie, die Kunst oder auch die Wirtschaft, die Gesellschaft oder Politik, spielt in der Abgrenzung des Fachgebiets zunächst keine Bedeutung. Alle diese wissenschaftlichen Disziplinen vereinen sich in der Sinologie in ihrer gegenwärtigen Form.

Die gemeinsame Basis der verschiedenen Forschungsrichtungen den Studierenden überhaupt zu erschließen steht daher zunächst im Vordergrund des Studiums. Konkret bedeutet dies eine möglichst intensive Sprachvermittlung, die sowohl die aktive Beherrschung der Umgangssprache als auch die Lesefähigkeit gleichermaßen umfaßt. Da bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein alle als wertvoll erachtete Literatur, darunter alle amtlichen Schriftstücke, in einer Literatursprache geschrieben wurde, die auf der Grundlage des Chinesischen des vierten bis dritten vorchristlichen Jahrhunderts, dem sogenannten Klassischen Chinesisch, basiert, besteht für die Sinologie die Notwendigkeit, nicht nur eine Sprache, nämlich das moderne Chinesisch, zu erlernen, sondern gleich zwei. Während das Erlernen der modernen Sprache sich relativ einfach ausnimmt, erfordert die Aneignung einer einigermaßen flüssigen Lesefähigkeit der Literatursprache etwas mehr Geduld.

Studienaufbau

Grundstudium

Neben der Sprachvermittlung wird im Grundstudium der Sinologie an unserem Institut ein breites Grundwissen in den verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen Chinas verlangt. Dazu werden in regelmäßigen Abständen Grundkurse am Institut angeboten, darüber hinaus empfehlen wir weiterführende Literatur. Die Grundkurse behandeln die chinesische Geschichte von ihren Anfängen bis zur Gegenwart sowie die Literatur- und Philosophiegeschichte. Proseminare vertiefen einzelne Bereiche der Geschichte und Geistesgeschichte Chinas und legen ebenfalls Wert auf die Vermittlung der geographischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundzüge des modernen Chinas. Daneben versuchen sie, den Studierenden einen Zugang zum wissenschaftlichen Arbeiten zu bieten.

Zur Zeit wird im Grundstudium die moderne chinesische Sprache im ersten und zweiten Semester mit 10 bis 12 Wochenstunden, im dritten und vierten Semester mit 4 bis 6 Wochenstunden unterrichtet. Als Vor- und Nachbereitung der Stunden sind etwa mindestens 10 Wochenstunden zu veranschlagen. Im dritten und vierten Semester wird das Klassische Chinesisch mit 4 bis 6 Wochenstunden unterrichtet, die Vor- und Nachbereitungszeit ist jedoch ungleich höher und liegt bei etwa 10 bis 15 Wochenstunden.

Auslandsaufenthalt

Wir empfehlen unseren Studenten einen Auslandsaufenthalt in der Volksrepublik China oder in der Republik China auf Taiwan von längerer Dauer, mindestens jedoch von einem halben Jahr. Jedoch ist der Auslandsaufenthalt nicht verpflichtend. Bei der Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes, der Wahl des Studienortes wie auch bei der Bewerbung um ein Stipendium stehen wir gerne beratend zur Seite. Ein längerer Auslandsaufenthalt ist nach Beendigung des Grundstudiums am besten in den Studienplan einzubinden.

Hauptstudium

Im Hauptstudium beginnt das eigentliche Studium der Sinologie. Es wird empfohlen, sich im Hauptstudium mit einer wissenschaftlichen Disziplin näher zu beschäftigen und sich in dieser Disziplin den notwendigen Überblick über die Quellen zu verschaffen.

Von den Studierenden im Hauptstudium wird erwartet, daß sie gute Sprach- und Lesefähigkeiten der modernen Sprache besitzen und chinesische Primärliteratur wie auch Sekundärliteratur in einem gewissen Umfang ohne große Mühe rezipieren können. Der Umgang mit Texten des Klassischen Chinesisch zu vertiefen steht im Vordergrund der Lektürekurse. Weiterführende Sprachkurse des modernen Chinesisch setzen die Sprachausbildung fort. Die Anforderungen zur Erlangung eines Hauptseminarscheines sehen vor, daß die Studierenden neben dem Umgang mit der chinesischen wissenschaftlichen Literatur auch einfache Texte des Klassischen Chinesisch erschließen können. Für die meisten Studierenden bedeutet dies, daß nach ihrem Auslandsaufenthalt erst ein und zwei Semester notwendig sind, sich im Klassischen Chinesisch und Modernen Chinesisch in den Lektüre- und Sprachkursen weiterzubilden, bevor sie einen Hauptseminarschein erwerben können. Der Nachweis des Hauptstudiums erfolgt mit zwei Hauptseminarscheinen.

Im Hauptseminar sollen die Teilnehmer einen Ausschnitt eines übergreifenden Themas selbst erarbeiten und im Seminar vorstellen. Weiterhin wird von ihnen verlangt, daß sie eine wissenschaftliche Arbeit über ein Thema mit Berücksichtigung der chinesischsprachlichen Quellen- wie Sekundärliteratur anfertigen können, in die auch die Ergebnisse der westlichen Sinologie mit einfließen. Letztlich sind die Hauptseminararbeiten Übungsarbeiten, die die Studierenden zur Abfassung der Magisterarbeit befähigen sollen. Vier bis sechs Semester ist die durchschnittliche Studienzeit für das Hauptstudium.